Home
Über uns
Programm
Service
Links
Impressum
www.kulturschmiede.de
 

 

 


http://www.facebook.com/bluesfest.gaildorf
Das Bluesfest auf Facebook

 



Rundschaubericht vom Donnerstag, 06.04.2017, Richard Färber

Lonnie BrooksAbschied von
Lonnie Brooks

In Gaildorf bleibt er unvergessen: Der Blues-Musiker Lonnie Brooks ist am Samstag im Alter von 83 Jahren gestorben.

 Es war eine Monstersession, eine Sternstunde in der an Stern-stunden gewiss nicht armen Geschichte des Gaildorfer Bluesfestes: Am 1. Juli 1995, dem zweiten Festivaltag des 14. Bluesfestes, war kein Halten mehr. Fast alle Musiker, die zuvor gespielt hatten, fanden sich gemeinsam auf der Bühne ein, um dem selig-schwelgenden Publikum den „Hoochie Coochie Man“ und „Stormy Monday“ um die Ohren zu hauen: Billy Branch, Chubby Carrier, Lucky Peterson, Carl Weathersby, Lonnie Brooks und sein Sohn Ronnie Baker Brooks. Und es ist gewiss nicht über-trieben, dieser Session Nachhaltigkeit zu attestieren: Bis heute wird davon geschwärmt, bis heute warten eingefleischte Bluesfest-Fans auf einen ähnlichen Moment.

Diese Konstellation aber wird es nicht mehr geben. Lonnie Brooks, der 2001 mit „Lone Star Shootout“ noch einmal in Gaildorf zu hören war, ist am vergangenen Samstag, den 1. April, im Alter von 83 Jahren in Chicago gestorben. Brooks, der eigentlich Lee Baker hieß, stammt aus Louisiana und begann seine Karriere als Gitarrist der „Red Hot Louisiana Band“ von Clifton Chenier, landete in den 1950er-Jahren als Guitar Junior einige Rock’n’Roll-Hits, war mit Sam Cooke auf Tour und kam schließlich nach Chicago, wo er seinen Künstlernamen in den Namen Lonnie Brooks änderte. Er veröffentlichte zahlreiche eigene Alben und spielte unter anderem mit Eddy Clearwater, Magic Slim, Katie Webster und Koko Taylor. 2010 wurde er in die Blues Hall of Fame aufgenommen.

„Voodoo Blues“ wurde Lonnie Brooks’ Stil genannt, der mit energiegeladenen Live-Auftritten einherging. Die RUNDSCHAU bezeichnete Brooks in ihrem Bericht über das 14. Gaildorfer ­Bluesfest als „begnadeten Rock- und Bluesgitarristen“, dessen „ungewöhnlich kraftvolle Rock- Interpretationen“ die Stimmung zum Siedepunkt trieben. Sein Erbe aber bleibt bestehen und in diesem Sommer, wenn das 25. Bluesfest auf der Kocherwiese über die Bühne geht, wird man seiner auch gedenken – spätestens dann, wenn Ronnie Baker Brooks, der vor 22 Jahren mit der Band seines Vaters sein Gaildorf-Debut feierte, auf der Bühne stehen wird.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

[ NACH OBEN ]