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In Gaildorf sitzt der Haken tief

Gaildorf im Jahr 2003: Kenny Neal (rechts) steht zusammen mit Billy Branch auf der Bühne. Das Zelt ist brechend voll. Gaildorf im Jahr 2017: Kenny Neal tritt auch bei der 25. Auflage des Festivals auf.

 

 

 

 

 

 

 

 


Gaildorf im Jahr 2003: Kenny Neal (rechts) steht zusammen mit Billy Branch auf der Bühne.
Das Zelt ist brechend voll. Gaildorf im Jahr 2017: Kenny Neal tritt auch bei der 25. Auflage des Festivals auf.


Im Jahr 1978 wurde die Schenkenstadt zur Bluesstadt.
An diesem Freitag beginnt die 25. Auflage des Bluesfests
auf der Kocherwiese.


Großmaul, Aufreißer, Aufmischer: im Jahr 1954 betrat der „Hoochie Coochie Man“ die Bluesbühne, und er tat es spektakulär. Der „Hoochie Coochie“ war  seinerzeit ein populärer Tanz in den USA, so etwas aber hatte man noch nicht gehört. Der Bassist und Komponist Willie Dixon konzentrierte sein Stück auf eine Fünf-Ton-Figur: drei Töne und fünf Schläge, um genau zu sein, gefolgt von einer langen Pause. Es ist die perfekte „Hookline“ – hat man sie ein Mal gehört, hängt man am Haken, ein Leben lang.

„I’m the Hoochie Coochie Man“ wurde erstmals von der Muddy Waters Band aufgenommen und wirkt bis heute, nicht nur in unzähligen Coverversionen, sondern als essentielles Element der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Dixons „hook“ war ein Kulminationspunkt: Der ursprünglich als Musik der Schwarzen vermarktete Blues wurde durch dieses Riff zum Rock’n’Roll und damit, aber das ist wieder eine andere Geschichte, endgültig zur weißen Popmusik.

Es gibt kaum Vergleichbares

In Gaildorf sitzt der Haken besonders tief. Dort gab’s in den 1970er-Jahren ein selbstverwaltetes Jugendzentrum, aus dem dann die „Kulturschmiede“ hervorging, Inspiriert von Blueskonzerten, die sie beim Jazzfestival in Montreux gehört hatten,  traten die Vereinsverantwortlichen 1978 erstmals als Veranstalter eines Kleinstfestivals auf. Das Gaildorfer Bluesfest war geboren.

Das Jugendzentrum gibt’s schon lange nicht mehr, wohl aber die Kulturschmiede, die sich im Lauf der Jahrzehnte eine profunde Kenntnis des zeitgenössischen Blues, seiner Spielarten und seiner Protagonisten erarbeitet hat. Am kommenden Freitag und Samstag feiert sie ihr 25. Bluesfest auf der Kocherwiese.

Im deutschen Südwesten gibt’s kaum Vergleichbares. Das Festival, das nach wie vor ehrenamtlich, gleichwohl mit großer Professionalität organisiert wird, hat im Lauf der Jahre einen unverwechselbaren Charakter entwickelt. Das liegt zum einen am Spielort und an der im Wortsinn niedrigschwelligen Atmosphäre, dem engen Kontakt zwischen Publikum und Musikern, zum anderen an der Programm-gestaltung.

Denn die Bluesfest-Macher, allen voran der Zimmerermeister Werner Eichele, verfügen mittlerweile über einen gewaltigen Fundus an Kontakten in die USA, das Mutterland des Blues. Für viele amerikanische Musiker, die alljährlich durch die europäischen Clubs und Festivals touren, sind Auftritte beim Bluesfest das Sahnehäubchen, der Höhepunkt einer langen Reise.

Vielfältig und bunt

Museal ist da nichts. Der Blues, wie er in Gaildorf präsentiert wird, ist auf der Höhe der Zeit, vielfältig, bunt, weit geöffnet für Einflüsse aller Art. Es gibt eine gewisse Vorliebe für den Soul, den säkularisierten Gospel und für die eher rockigen und funkigen Spielarten des Blues, aber auch Raum für große  und eigenwillige Musikerpersönlichkeiten wie Kenny Neal oder Ronnie Baker Brooks, denen die Form des Blues nur noch als Quelle dient.
Manchmal finden sich dann spätnachts zum Ausklang des Blues­festes noch alle zusammen auf der Bühne ein, zur Jam, zum „Bluesbattle“. Dann ist auch wieder die Zeit des „Hoochie Coochie Man“. Denn wenn einem gar nichts mehr einfällt, dann spielt man das Willie-Dixon-Riff. Klappt immer.





 

 

 

 

 

 

 

 

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