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Ist die Bluesfestpause bald zu Ende?

 

Vorbericht Bluesfest Rundschau vom Freitag 24.12.2021.
Bericht: RICHARD FÄRBER, Foto: Manfred Schwab

 

An ein Festival auf der Gaildorfer Kocherwiese war im Coronajahr 2021 natürlich nicht zu denken. Nun rollt die nächste Welle an, und wie’s danach weitergeht, ist offen. Die Kulturschmiede plant dennoch.

Kein Mundschutz weit und breit und nach Abstandsregeln hat auch noch keiner gekräht beim 26. Bluesfest 2019. Die Macher des wohl besten, jedenfalls aber schönsten Bluesfestivals in Deutschland müssen für die Zukunft Pandemiebedingungen mitdenken.

Kein Mundschutz weit und breit und nach Abstandsregeln hat auch noch keiner gekräht beim 26. Bluesfest 2019. Die Macher des wohl besten, jedenfalls aber schönsten Bluesfestivals in Deutschland müssen für die Zukunft Pandemiebedingungen mitdenken.


Die Fans haben den Blues schon lange. Wer gemütsmäßig eingetaktet ist auf den zweijährigen Bluesfest-Rhythmus in Gaildorf, also bei den letzten Klängen auf der Kocherwiese schon den Urlaubsantrag fürs übernächste Jahr formuliert, ist vermutlich gewaltig aus dem Rhythmus gekommen und schiebt jetzt Frust.
Denn das Bluesfest, das 2019 zum 26. und bisher letzten Mal auf der Kocherwiese gefeiert wurde, ist für viele ein Ausnahmefestival. Weil es im besten Sinne niedrigschwellig ist und man Musikerinnen und Musikern auf Augenhöhe begegnen kann. Weil die Programmfolge so durcharrangiert und durchchoreografiert ist, dass einem schwindlig werden kann vor lauter Höhepunkten. Weil nicht nur die Kocherwiese, sondern die ganze Innenstadt, wo dann der Gaildorfer Samstag gefeiert wird, im Blues vibriert.


Aus dem Takt gebracht
Und hernach sind alle geschafft und müde, und die Gerüchteküche will wissen, dass die Kulturschmiede, namentlich der Programmmacher Werner Eichele, ans Aufhören denkt. Die Coronapandemie hat den Verein freilich nur etwas aus dem Takt gebracht: Der Zwei-Jahres-Rhythmus ist unterbrochen. Die Lust am Festivalmachen aber kam in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten verlässlich wieder, und das ist auch jetzt nicht anders.

Im Juli gab die Kulturschmiede auf Anfrage ihre „grundsätzliche Bereitschaft“ bekannt, für 2022 das 27. Gaildorfer Bluesfest zu planen. Man müsse halt schauen, was dann an Auflagen zu beachten ist, sagte Carola Kronmüller vom Vorstand. Mit Maskenpflicht und Abstandsregelungen wird’s eher nicht funktionieren – und nach den Erfahrungen der letzten beiden Jahre auch nicht genehmigt werden.

Mit einer 2G-Regelung aber könnte man wohl leben, sagt Eichele. Die Umsetzung bliebe dann nur eine Frage der Organisation: Wie wird kontrolliert, wie sichert man das Festivalgelände ab? Weil das Bluesfest nicht von heute auf morgen geplant werden kann, muss man solche Unwägbarkeiten aber wohl in Kauf nehmen. Und sie werden auch in Kauf genommen: Eichele hat längst seine Fühler ausgestreckt und begonnen, die Konzert-, Festival und Tourpläne für das erste Juliwochenende 2022 zu sondieren: Das 27. Bluesfest wird bereits vorbereitet.

Ein gewisses Risiko ist damit verbunden, das räumt Eichele ein. Wenn das Pandemiegeschehen den Bluesfestmachern erneut einen Strich durch die Rechnung macht, kann’s teuer werden, insbesondere, wenn’s zur kurzfristigen Absage kommt und bereits unterzeichnete Verträge hinfällig werden. Termine könne man eventuell um ein Jahr verschieben, sagt Eichele, Buchungen aber müssten wohl ersetzt werden.


Vor allem europäische Bands
Die Kulturschmiede will deshalb das Risiko minimieren, „finanziell etwas kürzertreten“ und kleinere Brötchen backen. Dass Musiker und Bands für Exklusivkonzerte eingeflogen werden, wird es beim 27. Bluesfest nicht geben. Eichele setzt deshalb vor allem auf europäische Bands, zum Teil mit Gästen aus den USA, die in Europa leben, und auf amerikanische Bands „auf Durchreise“. Meint: Wer eh auf Tournee ist, nimmt das Angebot eines zusätzlichen Konzertes auf der Kocherwiese sicherlich gerne an.

Namen nennt Eichele nicht – mit einer Ausnahme. Wenn das 27. Bluesfest tatsächlich zustande kommt, dann gibt’s ein Wiederhören mit dem Gitarristen und Sänger Kirk Fletcher. Zweimal hat er bereits auf Bluesfesten gespielt, das erste Mal mit den legendären Fabulous Thunderbirds, das zweite Mal mit seiner eigenen Band; 2018 trat er zudem im selbstredend ausverkauften Häberlen auf.

Und natürlich wird Fletchers dritter Bluesfestauftritt auch etwas Besonderes. Das liegt an seinem Lieblingstastenmann, der dem exklusiven gemeinsamen Auftritt offenbar bereits zugestimmt hat. Simon Oslender, dann 24 Jahre alt, kann bereits auf eine beeindruckende Karriere an der Hammond B3 verweisen: Auftritte mit Lonnie Smith, Nils Landgren, Randy Brecker, Candy Dulfer und der WDR-Bigband. Seit 2018 ist er festes Mitglied der Wolfgang Haffner Band und von Bill Evans & The Spy Killers.

2015: „Heißestes Bluesfest ever“
„Ein Wunder, dass Oslender sich auf uns einlässt“, sagt Werner Eichele. Es ist natürlich kein Wunder: Der seinerzeit 17-jährige Oslender war 2015 beim „heißesten Bluesfest ever“ mit „The Özdemirs“im Schlossgraben zu hören und abends dann auf der Bluesfestbühne als gefeierter Aushilfsorganist der Sugaray Rayford Band: Auf der Bühne lernten sie sich kennen. Das prägt. Nach diesem denkwürdigen Wochenende dürfte der Ausnahmemusiker gemütsmäßig ebenfalls eingetaktet gewesen sein.

 

 







 

 

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